Internationaler Markt

Die Ölpreise zogen gestern zunächst den dritten Tag in Folge an und kletterten auf deutlich über 61 Dollar je Barrel für Brent-Rohöl. Am Nachmittag meldete dann das US-Energieministerium (DOE) die mit Spannung erwarteten offiziellen Lagerbestände.

Die Zahlen bestätigten die Vorabschätzung des Branchenverbandes API: Die Rohölvorräte schrumpften in der letzten Woche deutlich um 10,0 Mio. Barrel. Hinzu kamen Abbauten bei Benzin und bei Diesel/Heizöl. Hier die Bestandsveränderungen in der Übersicht:

Rohöl: -11,1 Mio. Barrel (API) bzw. -10,0 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: -2,5 Mio. Barrel (API) bzw. -2,1 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: -0,3 Mio. Barrel (API) bzw. -2,1 Mio. Barrel (DOE)
Geschätzte Ölproduktion: Anstieg auf 12,5 Mio. Barrel pro Tag

Die Förderkürzungen des OPEC-Kartells und die Krisen in Venezuela und Iran führen wie erwartet dazu, dass die USA weniger importieren und nun ihre eigenen Lagerbestände aufbrauchen. Die niedrigeren Nettoimporte erklären den überwiegenden Teil der aktuellen Zahlen. Aber auch die starke Inlandsnachfrage half mit.

Einziger Wermutstropfen war der Anstieg der geschätzten amerikanischen Ölproduktion von 12,3 auf ein neues Jahreshoch von 12,5 Mio. Barrel. Das liegt enorme 1,5 Mio. Barrel über dem Vorjahreswert. Die USA können also nach wie vor im Alleingang den Anstieg der globalen Ölnachfrage abdecken.

Trotzdem war es ein insgesamt ein bullischer, also preistreibender Bericht. Dennoch sprang der Funke nicht über. Die Preise für Brent und WTI-Rohöl gaben nach einer kurzen Phase der Orientierung ihre Gewinne wieder ab. Zum einen schwächte der Produktionsanstieg die Vermutung, dass die niedrigen Preise die Förderung in den USA stark abbremsen. Zum anderen fehlt den kurzfristig orientierten Spekulanten nun eine neue “Story”, denn im Moment sind weder in den USA noch weltweit zusätzliche Störungen beim Ölangebot in Sicht.

Die Stimmung ging am Abend noch weiter in den Keller. Eine Notenbankerin bescheinigte der US-Wirtschaft eine gute Verfassung und dämpfte damit die Hoffnungen, dass die Zinsen rasch gesenkt werden. Und Peking widersprach erneut dem Weißen Haus. Demnach hat es am Wochenende keine versöhnlichen Anrufe in Washington gegeben, wie es der US-Präsident behauptet hatte. Dass Trump ein notorischer Lügner ist, ist weithin bekannt. Aber der Zwist weckte noch mehr Zweifel, dass er den offenen Handelskrieg mit China in den Griff bekommt und damit die Weltwirtschaft vor einer Rezession bewahren kann.

Damit scheint der kurze Ausflug der Ölpreise jenseits der 60-Dollar-Marke erst einmal beendet. Heute Morgen eröffnen die Ölpreise kaum verändert. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht aktuell bei 55,67 US-Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet 60,25 US-Dollar je Barrel. Gasöl notiert bei 567,75 Dollar je Tonne. Der US-Dollar ist 0,9023 Euro wert. Damit steht der Euro bei 1,1080 Dollar.

Nationaler Markt

Heizöl startet heute minimal teurer in den neuen Tag, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Die durchschnittlichen Preise liegen knapp über 64 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter). Der Markt wirkt weiterhin gut versorgt. Die Rheinpegel sind etwas gesunken, aber noch immer auf einem beruhigenden Niveau.

Die Kaufaktivität bleibt auf einem mittleren Niveau. Angesichts der geringen Preisbewegungen kommt keine Hektik auf. Andererseits liegen die Heizölpreise so weit unter dem Vorjahr, dass Kunden mit einem niedrigen Tankstand nicht lange zögern.

Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen ins Verhältnis setzt, sagt für die nächsten Tage erneut eine hohe Kaufbereitschaft voraus. Auch das mathematische Tiefpreis-System rät für alle erfassten Großstadtregionen außer München zum Kauf.

Der Preisoptimismus ist jetzt deutlich geringer als zu Wochenbeginn. Statt 10% rechnen mittlerweile 30% der Kunden mit steigenden Heizölpreisen, so das Ergebnis der täglichen Umfrage. Die Preischarts bleiben davon ungerührt. Sie zeigen beim kurz- und mittelfristigen Preiskorridor stabil nach unten. Allein der Mehrjahrestrend lässt die Preisrisiken der nächsten Monate erahnen.

Was tun? Heizöl ist weiterhin auf einem attraktiven Preisniveau. Wer dennoch spekulieren will, kann angesichts der schwachen Verfassung des Ölmarktes auf einen noch günstigeren Einstiegspunkt in den kommenden Wochen setzen.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

Quelle: esyoil