Internationaler Markt

Ein unerwartet starker Abbau der amerikanischen Ölvorräte hat die Ölpreise gestern weltweit stabilisiert. Die allgemeine Nervosität vor dem G20-Treffen am Wochenende und dem OPEC-Treffen in der nächsten Woche trat dadurch etwas in den Hintergrund, wird aber wohl die Marktstimmung für den Rest der Woche prägen.

Der Markt war auf sinkende Lagermengen schon etwas vorbereitet, denn die Vorabschätzung des Branchenverbandes API vom Dienstag ging in dieselbe Richtung. Aber die offiziellen Zahlen des Energieministeriums (DOE) übertraf alle Schätzungen.

Die Rohöllager schrumpften demnach in der letzten Woche um 12,8 Mio. Barrel. Das ist der stärkste Rückgang seit fast drei Jahren. Die Tanklager für Heizöl/Diesel und Benzin gaben weitere 2,4 Mio. bzw. 1,0 Mio. Barrel ab. Selbst die Ölproduktion in den USA musste Federn lassen: Zum zweiten Mal in Folge reduzierte das DOE die geschätzten Fördermengen um 0,1 Mio. Barrel pro Tag.

Der Abbau der Lager ging vor allem auf das Konto der Ölexporte. Mit 3,8 Mio. Barrel Rohöl pro Tag wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

Hier die Bestandsveränderungen in der Übersicht:
Rohöl: -7,5 Mio. Barrel (API) bzw. -12,8 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: +0,2 Mio. Barrel (API) bzw. -2,4 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: -3,2 Mio. Barrel (API) bzw. -1,0 Mio. Barrel (DOE)
Geschätzte Ölproduktion: Rückgang von 12,2 auf 12,1 Mio. Barrel pro Tag

Trotz der sehr bullischen Zahlen kletterten die Ölpreise nur wenig, denn am Wochenende findet das Treffen der 20 größten Industrienationen (G20) in Japan statt. Der Ölmarkt interessiert sich dabei nur für zwei Ereignisse.

Der amerikanische Präsident Trump trifft den chinesischen Präsidenten Xi. Der Handelskrieg zwischen den beiden Ländern steht dabei naturgemäß im Mittelpunkt. Im Moment sind die Beobachter eher pessimistisch. In China werden die Verhandlungen von den Staatsmedien zu einer Angelegenheit der nationalen Ehre hochstilisiert, während das Weiße Haus sprunghaft wie immer wirkt.

Beim zweiten Treffen geht es um Öl. Der russische Präsident Putin trifft den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, denn schon zwei Tage nach dem G20-Gipfel trifft sich das erweiterte Ölkartell “OPEC+” in Wien. Moskau und Riad ziehen die Fäden und werden wohl vorab den Kurs für die Förderkürzungen im zweiten Halbjahr absprechen.

Die Ölhändler halten sich angesichts der politischen Risiken an diesem Morgen erst einmal zurück. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht im Moment bei 59,02 US-Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet 66,09 US-Dollar je Barrel. Gasöl notiert bei 597,50 Dollar je Tonne. Der US-Dollar kostet 0,8796 Euro. Damit steht der Euro bei 1,1368 Dollar.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ziehen am Morgen nur minimal an, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Die fast unveränderten Vorgaben aus dem Rohölmarkt halten den Preis bei knapp 67 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter).

Die Preisunterschiede zwischen den Großstädten bleiben im gewohnten Rahmen. Nur vereinzelt wird die 70-Euro-Schwelle überschritten.

Die Sommerhitze hat den Heizölmarkt weitgehend lahmgelegt. Kein Wunder, denn schon der bloße Gedanke an ein Aufdrehen der Heizung erscheint im Moment abwegig. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen ins Verhältnis setzt, zeigt für die nächsten Tage nur eine mittlere Kaufbereitschaft an.

Die Kunden, die sich zu einer Markteinschätzung aufraffen konnten, sind recht pessimistisch. 41% der Stimmen in der täglichen Umfrage rechnen mit steigenden Heizölpreisen. Das ist ein vergleichsweise sehr hoher Wert.

Die Preischarts passen nur bedingt dazu. Kurzfristig und seit Jahresbeginn ist noch ein Abwärtstrend erkennbar. Langfristig dominiert allerdings ein noch oben zeigender Preiskanal seit dem Jahr 2016. Dieser Preiskanal wirkt von Monat zu Monat stabiler.

Was tun? Der Lagerabbau in den USA und die Krisen am Persischen Golf sollten vorsichtig stimmen, auch wenn der Ölmarkt im Moment vor allem auf die schwächelnde Weltwirtschaft und China blickt. Wer spekulieren will, kann auf einen etwas günstigeren Einstiegspreis warten. Aber der Spielraum scheint im Moment nicht allzu groß zu sein.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

Quelle: esyoil