
Internationaler Markt
Kommt Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, oder sind die jüngsten Entspannungssignale erneut trügerisch? Die Ölpreise gaben gestern jedenfalls spürbar nach. Auslöser war die überraschende Entscheidung von US-Präsident Donald Trump: Er setzte die militärische Eskortierung von Öl- und Gastankern durch die Meerenge von Hormus aus und verwies auf Fortschritte in den Verhandlungen mit Teheran.
Der Militäreinsatz „Projekt Freiheit“, der blockierte Frachter sicher durch die Meerenge geleiten sollte, war erst am Montag gestartet. Schnell verschärfte sich die Lage. Beide Seiten berichteten von Angriffen, auch in den Arabischen Emiraten wurde erneut Ölinfrastruktur getroffen. Die Waffenruhe geriet ins Wanken und eine Eskalation schien wahrscheinlich – entsprechend zogen auch die Ölpreise an.
Am Dienstag gab es zunächst Berichte, wonach keine einzige Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus stattgefunden habe. Darauf folgte Trumps überraschende Ankündigung, das „Projekt Freiheit“ zu pausieren, um Raum für Verhandlungen zu schaffen.
Die Aussicht auf ein mögliches Abkommen zwischen Washington und Teheran nährt Erwartungen auf ein Ende der Versorgungsstörungen. Doch verhärtete Fronten und stark auseinandergehende Vorstellungen sind nicht über Nacht lösbar. Aktuell bleibt die US-Blockade iranischer Häfen bestehen. Auch der Iran hält an der faktischen Sperrung der Straße von Hormus fest. Selbst im Falle eines Friedensabkommen und einer Öffnung der Meerenge wird es dauern, bis sich die Situation am Persischen Golf und im weltweiten Ölhandel wieder normalisiert.
Die Marktteilnehmer werden genau beobachten, ob es sich um eine rein taktische Entspannung, eine typische Kehrtwende Trumps oder ein wirklich belastbares Signal handelt. Sollte sich die Annäherung jedoch verfestigen, hätte der Ölpreis weiteren Spielraum nach unten und könnte wieder in Richtung 100 Dollar je Barrel sinken. Bis dahin bleibt die Entwicklung anfällig für politische Wendungen und damit auch für Preisschwankungen. Brent-Rohöl eröffnete heute am frühen Morgen bei 108 Dollar je Barrel.
Nach anfänglicher Richtungssuche loten die Ölpreise zur Stunde weiteres Abwärtspotenzial aus. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 95,95 Dollar. Brent kostet 104,01 US-Dollar das Barrel . Eine Tonne Gasöl wird zu 1.187,25 Dollar gehandelt . Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8500 Euro. Damit ist der Euro 1,1761 Dollar wert .
Nationaler Markt
Die Heizölpreise geben nach und reagieren damit auf den Preisrückgang am internationalen Ölmarkt. Am Morgen liegt der bundesweite Durchschnittspreis in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 133,55 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).
Zuletzt fiel die Preisbewegung nur gering aus. Das Niveau bleibt bedingt durch die anhaltenden Versorgungsstörungen auf dem globalen Ölmarkt hoch. Die Blockade der Schifffahrt in der Straße von Hormus ist weiterhin der zentrale Faktor. Nur ein Verhandlungsdurchbruch zwischen USA und Iran mit Öffnung der wichtigen Schifffahrtsroute kann die Preise deutlicher abwärts bewegen.
Heizölkunden zeigen sich derzeit zurückhaltend. Viele warten ab – in der Hoffnung auf sinkende Preise, wenn diese auch deutlich verhaltener ausfällt als üblich. In der tagesaktuellen Lesereinschätzung erwarten 59 Prozent der Befragten künftig sinkende Preise.
Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wer kurzfristig bestellen muss, kann sich bislang vor allem gegen weitere Aufschläge absichern oder auf kleinere Rückgänge spekulieren. Erst eine Öffnung der Meerenge von Hormus könnte spürbar stärkere Entlastung bringen.
Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.
Quelle: esyoil