Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Die Ölpreise zogen gestern an. Brent-Rohöl kostet am Morgen knapp 99 Dollar je Barrel. Dennoch ist die Lage an den Ölbörsen relativ ruhig. Schon seit einer Woche, also seit dem Waffenstillstand, bleiben die Preise unter der 100-Dollar-Marke.

Im Libanon wurde eine zehntägige Waffenruhe vereinbart. Am Wochenende sollen die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington in die nächste Runde gehen, so US-Präsident Trump. Er gehe davon aus, dass eine Einigung auf einen dauerhaften Waffenstillstand unmittelbar bevorstehe. Angeblich sei Teheran bereit, für einen Zeitraum von über 20 Jahren auf den Besitz von Atomwaffen zu verzichten und werde das angereicherte Uran an die USA übergeben. Auch die Öffnung der Straße von Hormus sei bereits in Sichtweite.

Die meisten Beobachter halten das jedoch für Wunschdenken oder maßlose Übertreibung und rechnen mit zähen, monatelangen Verhandlungen. Teheran hat die amerikanische Einschätzung bislang nicht bestätigt. Auch die Lage im Südlibanon ist alles andere als stabil. Anscheinend gab es vor wenigen Stunden neue Raketenangriffe der Terrororganisation Hisbollah auf Israel.

Die Straße von Hormus ist nach wie vor fast vollständig geschlossen. Einige wenige Tanker könnten den Seeweg passieren, offenbar nach vorheriger Absprache mit dem Iran. Auch wenn es diplomatische Fortschritte geben sollte, spitzt sich die Versorgungslage immer weiter zu.

Die Vorräte in den globalen Tanklagern an Land und auf den Tankern, die unterwegs sind oder vor Anker liegen, sind zwar groß, aber sie schrumpfen mit beunruhigender Geschwindigkeit. Im Moment sinken die Vorräte außerhalb des Persischen Golfs jeden Tag um 6-7 Millionen Barrel, während die Tanklager in der Krisenregion überquellen, aber nicht exportiert werden können.

Engpässe gibt es schon jetzt bei wichtigen Ölprodukten. Die Petrochemie in weiten Teilen Asiens musste ihre Produktion bereits drosseln, weil die Rohstoffe vom Persischen Golf fehlen. Im Moment trifft es vor allem die Versorgung mit Kerosin für den Luftverkehr, das in einzelnen Regionen knapp oder schlichtweg unbezahlbar geworden ist.

Doch die Ölbörsen setzen auf Optimismus. Das aktuelle Preisniveau signalisiert, dass eine Entspannung am Persischen Golf und ein normaler Tankerverkehr in wenigen Tagen oder Wochen bevorsteht – eine riskante Wette.

Brent-Rohöl kostet im Moment 98,80 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 93,79 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 1.179,50 Dollar je Tonne gehandelt. Der US-Dollar ist 0,8489 Euro wert. Der Euro steht bei 1,1779 Dollar.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich auch heute nur wenig. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen fast unveränderten landesweiten Durchschnittspreis von knapp 134 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter).

Die regionalen Preise liegen nicht weit auseinander. Versorgungsprobleme gibt es offenbar nicht. Der Südwesten gilt sogar als überversorgt. Die Raffinerien haben dort Probleme, ihre Produktionsmengen von Benzin, Diesel und Heizöl vollständig im Markt unterzubringen.

Der Heizölmarkt ist nach wie vor sehr ruhig. Die Zahl der Bestellungen bleibt deutlich unter dem Durchschnitt. Zwei von drei Verbraucherinnen und Verbraucher rechnen mit fallenden Heizölpreisen, so das Ergebnis der täglichen Lesereinschätzung. Das mathematische Tiefpreis-System, das Preistrends auswertet, empfiehlt allerdings schon jetzt den Kauf.

Preisprognosen sind im Moment nur ein Blick in die Glaskugel. Etwas Vorsicht ist allerdings bestimmt nicht falsch. Wer ruhig schlafen will, sollte sich zumindest für die nächsten Monate mit ausreichenden Vorräten absichern.

In der aktuellen Situation gilt deshalb mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.

Quelle: esyoil