Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Schneller als erwartet wurde das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran in der letzten Nacht elektronisch unterzeichnet. Es tritt sofort in Kraft. Die geplante Zeremonie in der Schweiz am Freitag wurde anscheinend abgesagt.

Die Ölpreise hatten sich gestern leicht erholt und lagen zeitweise sogar über 80 Dollar je Barrel. Doch im Moment fallen sie wieder. Brent-Rohöl kostet am Morgen 78 Dollar je Barrel, also ähnlich wie gestern.

Das Abkommen ist offenbar bereits eingepreist. Jetzt geht es darum, ob und wie schnell der Tankerverkehr durch die seit über drei Monaten blockierte Straße von Hormus wieder in Gang kommt. Ein großer Teil der Tanker konnte in den letzten Wochen und Monaten bereits durch die Blockade schlüpfen. Die „Ölflut“ wird sich nach der offiziellen Freigabe also in Grenzen halten.

Das gilt für beide Richtungen. Einige Ölhändler und Reeder werden zögern, ihre Schiffe in den Persischen Golf wieder zurückzusenden. Das Risiko, bei einer erneuten Eskalation des Konflikts nicht mehr herauszukommen, kann im Moment nur schwer eingeschätzt werden.

Die Minen in der Straße von Hormus sollen in den kommenden 30 Tagen geräumt werden. Die Verhandlungen über das Atomprogramm werden 60 Tage laufen. Ein Fonds im Umfang von 300 Milliarden Dollar soll den Wiederaufbau im Iran beschleunigen.

Der bisherige, reichlich chaotische Verhandlungsprozess legt nahe, dass es noch viele Probleme und Rückschläge geben wird. Der US-Präsident kündigte bereits erneute Bombardierungen an, falls Teheran das Abkommen nicht einhalten sollte.

Trump begründete die Notwendigkeit eines Waffenstillstands klarer als bisher mit der schwierigen Ölversorgung. Schon in wenigen Wochen wären die Lager leer gewesen, führte er aus. Das ist übertrieben, aber auch in der letzten Woche schrumpften die Bestände in den amerikanischen Öltanklagern im Rekordtempo.

Der aktuelle Wochenbericht zeigt den zweitgrößten Lagerabbau der US-Geschichte. Die Rohölbestände sanken um 17,2 Mio. Barrel, wenn man den Schwund in den gewerblichen und strategischen Tanks addiert. Bei den Ölprodukten wie Benzin und Diesel gab es nur geringe Veränderungen. Auch das ist kein gutes Zeichen, denn vor allem die Benzinvorräte liegen weit unter den Werten, die für diese Jahreszeit üblich sind.

Gleichzeitig bleibt die Ölnachfrage in den USA auf einem hohen Niveau. Die zeitweise hohen Benzinpreise konnten den Verbrauch offenbar kaum senken. Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -8,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -8,3 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: +1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: -0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,5 Mio. Barrel (API)
∙ SPR-Rohöl (Staatliche Ölreserven der USA): -8,9 Mio. Barrel (DOE)

Die Ölbörsen präsentieren sich am heutigen Morgen ungewöhnlich nachdenklich. Die Ölpreise geben bisher nur leicht nach. Brent-Rohöl kostet aktuell 78,09 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 75,21 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 875,50 Dollar je Tonne gehandelt. Der US-Dollar ist 0,8684 Euro wert. Der Euro steht bei 1,1511 Dollar.

Nationaler Markt

Der Heizölmarkt gibt den leichten Preisnachlass an den Ölbörsen direkt weiter. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von 108 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das ist ein neues Preistief für die Krisenmonate.

Doch selbst das unerwartet niedrige Preisniveau kann die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht aus der Reserve locken. Die Zahl der Bestellungen ist in dieser Woche stabil, bleibt aber niedrig. Daran kann auch das mathematische Tiefpreis-System nichts ändern, das erneut mit einer Kaufempfehlung zum Ordern aufruft.

Die meisten Haushalte warten offenbar darauf, dass die Preise noch weiter nachgeben. Der Anteil der Preisoptimisten in der täglichen Lesereinschätzung ist erneut gestiegen und liegt jetzt bei rekordverdächtigen 90 Prozent der Stimmen.

Abwarten war bisher die richtige Strategie, aber wie lange noch? Noch optimistischer kann der internationale Ölmarkt kaum noch werden. Rohöl ist mittlerweile nahezu genauso billig wie im Februar. Es lohnt sich also in diesen Wochen mehr als sonst, die Preistrends zeitnah zu verfolgen.

Dabei gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.

Quelle: esyoil