Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Der Waffenstillstand im Irankrieg hält nun bereits seit einer Woche. Auch im Libanon wird seit wenigen Tagen weniger geschossen und mehr geredet. Pakistan sorgt dafür, dass der Gesprächsfaden zwischen Washington und Teheran nicht abreißt.

Die Ölbörsen reagieren auf die neue Lage abwartend. Brent-Rohöl bleibt heute den sechsten Tag in Folge zwischen 94 und 100 Dollar je Barrel. Aktuell steht der Preis bei 96 Dollar je Barrel.

Obwohl die Waffen schweigen, bleibt die Versorgung der internationalen Ölmärkte unverändert kritisch. Teheran lässt nur wenige Tanker durch die Straße von Hormus. Die amerikanische Seeblockade verhindert nach wie vor die Ölexporte aus dem Iran. Weder iranische noch chinesische Tanker wollen die US Navy herausfordern und versuchen daher erst gar nicht, den Persischen Golf zu verlassen. Zusätzlich hat Washington angekündigt, dass die Sanktionen gegen russische und iranische Ölexporte bald wieder in Kraft treten sollen.

Damit fehlen dem Ölmarkt nach wie vor etwa 10 Mio. Barrel an Rohöl und Ölprodukten pro Tag, also knapp 10 Prozent der Weltölversorgung. Die Freigabe nationaler Ölreserven entspannt die Lage etwas. Auch sinkt der Ölverbrauch jetzt messbar in vielen Ländern, am stärksten in Asien. Das gilt vor allem für die Petrochemie, den Luftverkehr und auch den Straßenverkehr.

Trotzdem schrumpfen die Lagerbestände weltweit in rasantem Tempo. Die meisten Szenarien setzen darauf, dass sich die Versorgung spätestens im Mai wieder normalisiert. Selbst das wird die Ölmärkte frühestens im Spätsommer wieder ins Gleichgewicht bringen. Normale Ölpreise wären dann ab dem Herbst zumindest vorstellbar.

Kaum jemand will sich im Moment ausmalen, was passieren wird, wenn die Straße von Hormus noch über Monate hinweg blockiert bleiben sollte. Undenkbar ist das Szenario nicht, wenn man sich die Ideologie und den Geisteszustand der wichtigsten Akteure vor Augen führt.

Selbst für den amerikanischen Ölmarkt meldete der aktuelle Wochenbericht des Energieministeriums jetzt den ersten Abbau der Rohölbestände seit acht Wochen. Insgesamt sind die Lager aber noch immer auf einem hohen Niveau. Die Bestände bei Diesel/Heizöl schrumpften sogar recht kräftig. Die Lage am Persischen Golf macht sich jetzt auch in den USA allmählich bemerkbar: Die Ölimporte schrumpfen, während die Ölexporte Fahrt aufnehmen.

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,1 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: -3,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,4 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: -6,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,6 Mio. Barrel (API)

Die europäische Ölbörse zeigt am Morgen leicht steigende Ölpreise. Brent-Rohöl kostet im Moment 96,35 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 92,62 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 1.175,00 Dollar je Tonne gehandelt. Der US-Dollar ist 0,8478 Euro wert. Der Euro steht bei 1,1791 Dollar.

Nationaler Markt

Die Preise für Heizöl bleiben am Morgen in der Nähe der Vortageswerte. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt aktuell einen landesweiten Durchschnittspreis von 133 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter).

Das liegt 20 Euro unter dem Jahreshoch, aber immer noch 40 Euro über den Vorkriegspreisen im Januar und Februar. Vor allem der Preissturz bei Gasoil, dem Raffinerieprodukt für Diesel und Heizöl, hat dazu beigetragen. Dort sind die Preise in wenigen Tagen von über 1500 Dollar auf unter 1200 Dollar je Tonne gefallen.

Der Preisnachlass im Heizölmarkt reicht aus, um den Markt wiederzubeleben. Die Zahl der Bestellungen ist immer noch niedrig, aber nicht mehr weit von normalen Werten entfernt.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind merklich optimistischer geworden. Drei von vier Stimmen setzen in der täglichen Lesereinschätzung auf einen weiteren Preisnachlass. Das mathematische Tiefpreis-System, das Preistrends auswertet, sieht das ähnlich und rät im Moment zum Kauf.

Wer in den letzten Wochen durchgehalten hat, konnte zumindest den Höchstpreisen aus dem Weg gehen. Heizöl ist immer noch teuer, aber eine Normalisierung der Preise noch vor dem Sommer ist derzeit recht unwahrscheinlich. Wer also demnächst ordern muss, sollte die relative Ruhe im Ölmarkt nutzen.

In der aktuellen Situation gilt mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.

Quelle: esyoil