
Internationaler Markt
Die Ölpreise sind abwärts gedreht. Brent-Rohöl notiert heute Morgen bei 60,20 Dollar je Barrel und hat damit den jüngsten Preisanstieg mehr als ausgeglichen. Die Mehrheit der Marktteilnehmer rechnen in diesem Jahr mit einer massiven Überversorgung auf dem globalen Ölmarkt und entsprechend günstigen Preisen. Diese Erwartung setzte sich gestern Abend durch und dämpfte die Preise, nachdem zuvor geopolitische Risiken noch für einen Risikoaufschlag gesorgt hatten.
US-Präsident Donald Trump verkündet, Venezuela werden bis zu 50 Millionen Barrel Öl an die USA „übergeben“, zudem habe er die Kontrolle über die Einnahmen aus diesen Ölgeschäften. Es handelt sich um sanktioniertes Öl. So weit bisher bekannt, soll das Öl in US-amerikanische Häfen geliefert und von dort aus verkauft werden – Marktwert bis zu 2,8 Milliarden Dollar. Für das südamerikanische Land, dessen Wirtschaft stark von Öleinnahmen abhängt, ist das viel Geld. Für die USA eher nicht. Eigentlich gilt seit Mitte Dezember eine von den USA verhängte Blockade für venezolanische Ölexporte. Diese würde damit umgangen werden. Zugleich fordert Trump von Venezuela, den Handel mit China und Russland einzustellen.
Trump will die Kontrolle über die venezolanische Ölindustrie ausweiten. US-Ölkonzerne sollen nach Venezuela zurückkehren und die heruntergewirtschaftete Ölinfrastruktur wieder aufbauen. Wer dazu bereit ist, dürften die bevorstehenden Gespräche zwischen dem Präsidenten und Vertretern von Unternehmen wie Chevron, ConocoPhillips und Co zeigen. Hohe Investitionen und viel Zeit sind nötig. Das Land verfügt über die größten Ölreserven weltweit, sie werden auf rund 300 Milliarden Barrel beziffert. Doch es wird dauern, bis die venezolanische Ölproduktion so massiv ansteigen kann, dass das einen nachhaltigen Effekt auf die Weltmarktpreise hat.
Die jüngste Preissenkung der Saudi Aramco für die im Februar geplanten Rohölausfuhren wirkt indes nach. Sie gilt im Ölmarkt als Signal, dass der staatliche Ölgigant aus Saudi-Arabien von einer weiterhin schwachen Nachfrage im Vergleich zum weltweit steigenden Ölangebot ausgeht.
An den Ölbörsen haben die Bären wieder die Oberhand. Trumps Machtansprüche an Grönland und weitere geopolitische Risiken bleiben zwar im Fokus der Marktteilnehmer. Sie erscheinen derzeit jedoch weniger klar als das prognostizierte Überangebot auf dem Weltmarkt von bis zu 4 Millionen Barrel pro Tag.
Die Notierungen an den Ölbörsen starten heute Morgen unterhalb ihrer Schlusswerte von gestern. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 56,44 Dollar. Brent kostet 60,17 US-Dollar das Barrel. Eine Tonne Gasöl wird zu 600,50 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8554 Euro. Damit ist der Euro für 1,1687 Dollar zu haben.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise sinken. Damit folgen sie dem jüngsten Preisrückgang am internationalen Ölmarkt. In der aktuellen Heizölpreis-Tendenz liegt der bundesweite Durchschnittspreis zur Stunde bei 88,10 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).
Die Heizölnachfrage im Binnenland ist belebt. Trotz des höheren CO2-Aufschlags ist Heizöl deutlich günstiger ins neue Jahr gestartet – im Vergleich zu 2025. Mit den aktuell sinkenden Preisen ist auch die Zahl der Kunden wieder gestiegen, die mit einem weiteren Rückgang rechnen. In der tagesaktuellen Lesereinschätzung erwarten nun 83 Prozent der Befragten künftig günstigere Preise.
Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wer zeitnah Heizöl braucht, kann auf diesem Preisniveau bedenkenlos zugreifen. Wer dabei noch etwas Platz im Tank lässt, kann auf mögliche Rückgänge im weiteren Jahresverlauf spekulieren.
Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.
Quelle: esyoil