
Internationaler Markt
Iran und die USA haben sich in der Nacht auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Israel schließt sich an. Die Ölpreise sind daraufhin deutlich unter die 100-Dollar-Marke gerutscht. Der wichtigste Faktor für den Ölmarkt ist, dass Iran die Passage durch die Straße von Hormus während der Feuerpause freigeben will.
Brent-Rohöl startet zur Wochenmitte bei 94,60 Dollar je Barrel. Gestern hatte ein nervöser Handel die Ölbörsen geprägt – kurz vor Ablauf des US-Ultimatums deutete zunächst alles auf eine neue Eskalationsstufe hin. Hoffen und Bangen wechselten sich ab. In der Nacht stimmten die USA und der Iran schließlich einem diplomatischen Vorschlag unter Vermittlung Pakistans zu. Konkrete Verhandlungen sollen am Freitag in Islamabad beginnen. Grundlage ist ein 10-Punkte-Plan.
Mit der Öffnung der Meerenge am Persischen Golf könnten vor allem die irakischen Exporte zügig hochgefahren werden. Der Vorsitzende der staatlichen irakischen Ölgesellschaft Basra Oil, Bassem Abdul Karim, zeichnet ein optimistisches Bild. Er geht davon aus, dass die Rohölexporte seines Landes innerhalb einer Woche auf etwa 3,4 Millionen Barrel pro Tag (B/T) steigen könnten. Im vergangenen Monat waren es nur noch rund 800.000 B/T. Vor Kriegsbeginn lag die Gesamtproduktion des Iraks bei 4,3 Millionen B/T. Ausreichende Reserven für den Export sollen vorhanden sein. Zudem hat die OPEC-Plus gerade beschlossen, dass Irak im April, Mai und Juni keine Kompensationskürzungen nachweisen muss. Gute Voraussetzungen, um für eine erste Entspannung auf dem globalen Ölmarkt zu sorgen.
Derzeit sitzen rund 800 Schiffe infolge der faktischen Sperrung der Straße von Hormus fest. Alternative Transport- und Exportwege – etwas die Pipeline durch Saudi Arabien zum Roten Meer – können bislang lediglich einen begrenzten Teil der Ausfälle kompensieren, zumal auch Verladekapazitäten begrenzt sind.
Entscheidend für die weitere Ölpreisentwicklung ist nun zweierlei: kommt ein sicherer Tankerverkehr durch die Meerenge zügig wieder in Gang und fallen die nächsten Verhandlungsschritte erfolgversprechend aus, so dass sie über die Feuerpause hinaus tragfähig sind. Der Markt bleibt damit hochgradig nachrichtengetrieben. Jede Störung der Passage oder jedes Scheitern der Gespräche könnte die Preise binnen Stunden wieder nach oben treiben.
Heute Morgen stabilisieren sich die Notierungen an den Ölbörsen nach dem vorangegangenen Preisrutsch. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei Dollar 95,94. Brent kostet 94,56 US-Dollar das Barrel. Eine Tonne Gasöl wird zu 1248,00 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8547 Euro. Damit ist der Euro für 1,1698 Dollar zu haben.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise geben zur Wochenmitte kräftig nach. Sie folgen damit dem Preisrutsch am internationalen Ölmarkt, nachdem sich Iran und USA in der Nacht überraschend auf eine Feuerpause und die Aufnahme von Verhandlungen verständigt haben.
Am Morgen liegt der bundesweite Durchschnittspreis in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 139,80 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter) und damit fast neun Prozent unter dem Vortagesniveau.
Gestern noch hatten die Heizölpreise einen neuen Höchststand erklommen. Mit dem deutlichen Rückgang über Nacht dürfte nun auch die Hoffnung auf tiefere Preise langsam wieder zurückkehren. In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen bislang lediglich 54 Prozent der befragten Heizölkunden mit künftig sinkenden Preisen.
Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wer Nachschub für den Heizöltank benötigt, sollte den Markt eng beobachten und zugreifen, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Die jüngste Entwicklung zeigt, wie unmittelbar die Preise auf die Nachrichtenlage rund um den Iran-Krieg reagieren. Doch so abrupt die Heizölpreise fallen können, so rasch sind auch wieder Aufschläge möglich. Jetzt kommt es darauf an, ob sich die Lage mit der Feuerpause und den anstehenden Verhandlungen nachhaltig entspannen kann.
Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.
Quelle: esyoil