Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Die Ölpreise haben einen Teil ihres kräftigen Rückgangs vom Wochenbeginn wieder ausgeglichen. Brent-Rohöl notiert fester und kostet heute Morgen 67,75 Dollar je Barrel. Doch die Märkte bleiben nervös, und die nächsten Tage könnten entscheidend werden.

Zum Wochenstart hatte sich die Lage zunächst beruhigt. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran ließen nach, ein militärisches Eingreifen wurde unwahrscheinlicher und die geopolitische Risikoprämie schrumpfte. Doch gestern kehrte die Nervosität an den Märkten zurück, und mit ihr die steigenden Preise. Die Auslöser: Ein US-Kampfflugzeug schoss im Arabischen Meer eine Drohne ab, die sich dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln genähert hatte. Zudem wurde aus der Straße von Hormus ein Zwischenfall gemeldet. Die Meerenge ist von zentraler Bedeutung für globale Öltransporte. Jede Störung dort lässt die Alarmglocken schrillen, weil Lieferausfälle schnell spürbare Folgen haben könnten.

Gleichzeitig bleiben die Anzeichen für eine Entspannung. Am Freitag wollen sich der iranische Außenminister und Trumps Nahostvermittler in Istanbul treffen. Sollte es dabei zu Fortschritten kommen, dürfte die Risikoprämie sinken und damit auch der Preisschub auf dem Ölmarkt nachlassen.

Ein weiterer preisbildender Faktor ist der US-Handelsdeal mit Indien. Nachdem die USA ihre Zölle auf indische Waren von 50 auf 18 Prozent senken und im Gegenzug von Indien den Verzicht auf russisches Öl verlangen, behalten die Marktteilnehmer die tatsächliche Umsetzung genau im Blick.

Auch die diplomatischen Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA in Abu Dhabi werden aufmerksam verfolgt. Ein mögliches Friedensabkommen könnte langfristig zu Lockerungen der Sanktionen gegen Russland führen. Damit käme zusätzliches Öl auf den Weltmarkt. Das ist ein Szenario, das tendenziell preisdämpfend wirkt. Noch scheint das in weiter Ferne zu liegen, doch die Märkte nehmen solche Perspektiven erfahrungsgemäß frühzeitig vorweg.

Kurzfristig preisstützend könnte hingegen die Entwicklung in den USA selbst wirken. Der Branchenverband API meldet einen überraschend starken Rückgang der landesweiten Rohölvorräte in der vergangenen Woche – ein Zeichen für eine angespannte Angebotslage. Grund dafür dürften der Kälteeinbruch und der Schneesturm Fern gewesen sein, die die Förderung und Logistik beeinträchtigten. Am Nachmittag veröffentlicht das Energieministerium DOE die offiziellen Daten. Die Marktteilnehmer werden das für ihre Markteinschätzung beobachten.

Die Ölpreise bewegen sich derzeit in einem Spannungsfeld aus geopolitischer Unsicherheit, diplomatischen Hoffnungen und wetterbedingten Angebotsrisiken. Vor dem Hintergrund eines grundsätzlich gut versorgten Weltmarkts dürften mögliche Preisaufschläge jedoch begrenzt bleiben, während auch eine Preisentspannung denkbar ist.

Die Notierungen an den Ölbörsen starten nahe der gestrigen Tageshochs. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 63,72 Dollar. Brent kostet 67,75 US-Dollar das Barrel. Eine Tonne Gasöl wird zu 702,00 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,84462 Euro. Damit ist der Euro für 1,1813 Dollar zu haben.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ziehen wieder an und machen damit einen Teil ihres gestrigen Preisabgangs wett. Auslöser sind die Bewegungen am internationalen Ölmarkt. Am Morgen liegt der bundesweite Durchschnittspreis in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 92,80 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).

Für Verbraucher bleibt es bei vergleichsweise moderaten Heizölpreisen, die derzeit allerdings für Schwankungen anfällig sind. Mit dem letzten Preisrücksetzer legten die Bestellung im Binnenland zu, ebenso wie die Hoffnung auf einen weiteren Rückgang. In der tagesaktuellen Lesereinschätzung erwarten 80 Prozent der befragten Heizölkunden künftig sinkende Preise.

Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wer auf Sicherheit setzt, macht mit einer Bestellung zu noch immer kaufbaren Preisen alles richtig. Alle, die gern spekulieren, sollten die weitere Entwicklung eng im Blick behalten.

Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.

Quelle: esyoil