Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Neue 5-Monats-Hochs und anschließende Gewinnmitnahmen prägten den Dienstag an den internationalen Ölbörsen. Nachdem die Ölpreise bis zum Mittag weiter gestiegen waren, gerieten sie am Nachmittag unter Druck. Doch die Korrektur blieb nicht von Dauer. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten halten die Risikoprämie am Ölmarkt hoch und begrenzen das Abwärtspotenzial. Brent-Rohöl bleibt weiterhin in der Nähe seiner jüngsten Höchststände und notiert am Mittwochmorgen deutlich über 110 Dollar je Barrel.

Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. Der Iran besteht auf einem Ende der US-Seeblockade und der Aufhebung von Sanktionen als Voraussetzung für weitere Verhandlungen. Ob US-Präsident Donald Trump seinerseits vor den in knapp zwei Wochen anstehenden Midterm-Wahlen noch zu Zugeständnissen bereit ist, ist fraglich.

Nach einem vergleichsweise starken September, in dem die Ölausfuhren aus dem Persischen Golf wieder 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erreicht hatten, hat sich die Sicherheitslage durch zahlreiche Angriffe auf Schiffe rund um die Straße von Hormus verschlechtert. Die Ausfuhrmengen sind dadurch derzeit deutlich reduziert. Zudem halten die seit Beginn des Konflikts stark gestiegenen Frachtpreise den Ölpreis hoch. Sie machen rechnerisch rund 44,7 Prozent der gesamten Brent-Preissteigerung seit Februar 2026 aus, also seit dem Zeitpunkt vor dem US-Angriff auf den Iran. Bei anhaltender Gefahrenlage, dürfte der Kostendruck bleiben.

Auch die Versorgung mit Ölprodukten bereitet den Marktteilnehmern Sorgen. Laut Schätzungen des Branchenverbandes API sind die US-Bestände an Diesel, Heizöl und Benzin aktuell weiter gesunken. Trump versucht die Kraftstoffknappheit für die USA über seinen „Diesel-Deal“ mit Putin in den Griff zu bekommen. Seine Annäherung an Moskau und das Aussetzen der neuen US-Sanktionen und Zölle gegenüber russischen Ölimporten dürfte die globale Versorgungslage allenfalls punktuell entlasten – auch wenn dadurch wieder Lieferungen in Länder wie Brasilien, die Türkei und Marokko möglich sind.

Die meisten G7-Staaten greifen inzwischen auf ihre Notfallreserven zurück. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte sich im Frühjahr entschieden, insgesamt mehr als 400 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte aus ihren Beständen freizugeben. IEA-Chef Fatih Birol spricht sich dafür aus, die bislang noch nicht auf den Markt gebrachten Mengen zügig verfügbar zu machen. In einem Interview mit der Financial Times wies er aber auch auf die Grenzen des Instruments hin: Die IEA schafft nur den Rahmen für die Freigabe, während die einzelnen Länder den Verkauf und dessen Zeitplan selbst bestimmen. Entscheidend ist, wann und in welchem Umfang die zusätzlichen Mengen tatsächlich den Markt erreichen.

Die Ölpreise starten heute zwar unterhalb ihrer gestrigen Höchststände, bleiben angesichts der anhaltenden geopolitischen Risiken aber auf hohem Niveau.

Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 99,30 Dollar. Brent kostet 110,60 US-Dollar das Barrel . Eine Tonne Gasöl wird zu 1482,25 Dollar gehandelt Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8908 Euro Damit ist der Euro für 1,1222 Dollar zu haben.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen heute Vormittag. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 173,85 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).

Die geopolitischen Krisenherde stützen die Preise am internationalen Markt, was sich auch hierzulande auswirkt. Hinzu kommen die anhaltend niedrigen Pegelstände auf dem Rhein, die den Transport von Öl auf dem Wasserweg erschweren und die Frachtraten hoch halten.

Mit Beginn der Heizperiode ist die Heizölnachfrage dennoch deutlich angesprungen. Die Kaufbereitschaft der Heizölkunden steht auf der zweithöchsten Stufe. Gleichzeitig ist die Zuversicht auf günstigere Kaufgelegenheiten gering: In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen lediglich 49 Prozent der Befragten mit sinkenden Preisen. Das ist ein vergleichsweise niedriger Wert.

Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Die Krise im Nahen Osten hält an. Damit schwindet die Aussicht auf bald sinkende Heizölpreise. Wer kurzfristig Nachschub benötigt, ist mit einer Teilbestellung derzeit weiterhin auf der sicheren Seite.

Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.

Quelle: esyoil