
Internationaler Markt
Brent-Rohöl startet nach dem gestrigen Preisrutsch an den internationalen Ölbörsen erstmals seit mehreren Wochen wieder unterhalb der Marke von 80 Dollar je Barrel.
Teheran und Washington haben unter Vermittlung von Katar, Oman und Pakistan Entwürfe für ein vorläufiges Friedensabkommen ausgetauscht. Die Aussicht auf eine diplomatische Lösung für die Straße von Hormus lässt die geopolitische Risikoprämie deutlich sinken. Sie nährt die Hoffnung, dass sich der Schiffsverkehr durch die Meerenge wieder normalisieren könnte. Das würde die Passage von Öltankern erleichtern und das verfügbare Angebot auf dem Weltmarkt erhöhen.
Diese Erwartung ist nachvollziehbar. Kaum eine andere Schifffahrtsroute ist für den globalen Ölhandel von vergleichbarer Bedeutung. Vor dem Iran-Krieg wurden täglich rund 20 Prozent der weltweiten Öltransporte durch die Straße von Hormus abgewickelt.
Doch die Märkte könnten der Diplomatie wieder einmal vorauslaufen. Denn bislang liegt lediglich die Aussicht auf einen Übergangsdeal auf dem Tisch. Ob die Vorschläge verhandlungsfähig sind, bleibt abzuwarten. Nach den Vorstellungen Teherans sollen Schiffe über iranische Hoheitsgewässer in die Meerenge einlaufen und über omanische Hoheitsgewässer auslaufen. Damit will Iran sämtliche Einfahrten kontrollieren und gleichzeitig Einblick in den auslaufenden Verkehr erhalten. Faktisch würde das bedeuten, dass der Oman Auslaufgenehmigungen nur mit Zustimmung Irans erteilen könnte. Selbst wenn sich Oman darauf einlassen würde, ist fraglich, ob die USA einem solchen Modell zustimmen.
Hinzu kommt, dass die Gespräche nicht bei der Straße von Hormus enden. In einem zweiten Schritt soll über das iranische Atomprogramm verhandelt werden, ein Konfliktfeld, das besonders festgefahren ist. Die jüngsten Preisabschläge spiegeln daher vor allem die Hoffnung auf Entspannung wider. Solange jedoch kein tragfähiger Kompromiss erreicht wird, bleibt das Risiko einer neuen Eskalation – und damit einer steigenden Risikoprämie am Ölmarkt – bestehen.
Die Ölpreise starten auf dem deutlich niedrigeren Niveau, auf das sie gestern abgesackt waren. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 75,81 Dollar . Brent kostet 79,95 US-Dollar das Barrel . Eine Tonne Gasöl wird zu 1116,00 Dollar gehandelt Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8664 Euro Damit ist der Euro 1,1539 Dollar wert
Nationaler Markt
Die Heizölpreise sind deutlich gesunken, nachdem die Ölpreise am internationalen Markt gestern abwärts rutschten. Auslöser sind neue Hoffnungen auf ein vorläufiges Abkommen zwischen Iran und den USA, das den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erleichtern könnte. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 124,25 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).
Die Niedrigwasserproblematik auf den deutschen Wasserstraßen begrenzt allerdings den Abwärtsspielraum für die Preise im Binnenland. Die Lage spitzt sich weiter zu. Dadurch steigen die Frachtraten der Binnenschifffahrt massiv und stützen die Heizölpreise.
Mit dem jüngsten Preisrückgang ist die Kaufbereitschaft der Heizölkunden wieder leicht gestiegen. Gleichzeitig nahm die Hoffnung auf günstige Kaufgelegenheiten zu: In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen 79 Prozent der Befragten mit sinkenden Preisen.
Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Die Entspannungssignalen vom Persischen Golf sorgen für etwas Luft nach unten bei den Heizölpreisen. Wer kurzfristig Nachschub benötigt, kann deshalb über eine Teilbestellung nachdenken.
Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.
Quelle: esyoil