Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Die Ölpreise sind seit Anfang August vier Handelstage in Folge gesunken. Der Markt blieb auch gestern gelassen – trotz verschärfter Zolldrohungen im Konflikt zwischen Moskau und Washington. Brent-Rohöl startet heute Morgen bei 67,40 Dollar je Barrel. Am Ölmarkt rechnet man bislang offensichtlich nicht mit einer Angebotsknappheit wegen möglicher US-Strafzölle gegen Russland und seine Handelspartner.

Ob es US-Präsident Donald Trump gelingt, die russische Führung mit dem am Freitag auslaufenden Ultimatum an den Verhandlungstisch zu zwingen und Fortschritte in Richtung Waffenstillstand in der Ukraine zu erzielen, bleibt offen. Immerhin gibt es erste Anzeichen dafür, dass Moskau einen Schritt auf das Weiße Haus zugehen könnte. Im Kreml wird laut Berichten ein Aussetzen der Luftangriffe erwogen.

Unklar ist auch, ob und wie entschlossen Trump seine Zollandrohungen umsetzen wird, sollte Russland keine – oder keine ausreichenden – Zugeständnisse machen. Am Dienstag verschärfte der US-Präsident den Ton nochmals, auch gegenüber Indien. Sollte das Land weiterhin russisches Öl importieren, werde er die zuletzt ausgehandelten Zölle von 25 Prozent auf indische Waren innerhalb von 24 Stunden erheblich erhöhen. Konkrete Zahlen nannte er nicht. Von ursprünglich angedrohten Strafzöllen in Höhe von 100 Prozent gegenüber Russland und deren Handelspartnern wie Indien und China, rückte Trump allerdings ab. (Diese Drohung hatte er parallel zu seinem 50-Tage-Ultimatum angekündigt.)

Die Marktteilnehmer werden heute weiter abwägen müssen, wie wahrscheinlich sogenannte Sekundärzölle gegenüber Ölimporteuren wie China und Indien tatsächlich sind – und wie massiv sie zu Angebotsengpässen auf dem Ölmarkt führen könnten. Im Fokus stehen dabei auch der bevorstehende Besuch des US-Sondergesandten Steve Witkopp in Russland und etwaige Verhandlungsergebnisse. Zudem gilt es, das in der zweiten Jahreshälfte erwartete Überangebot infolge der Produktionsausweitung der OPEC-plus in die Markteinschätzung mit einfließen zu lassen. Je näher das Ultimatum am Freitag rückt, desto nervöser könnte der Ölmarkt reagieren.

Nach ihrem Rücksetzer von gestern orientieren sich die Ölpreise heute Morgen wieder aufwärts. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 65,88 Dollar. Brent wird zu 68,39 US-Dollar das Barrel gehandelt. Eine Tonne Gasöl notiert bei 676,00 Dollar. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8633 Euro. Damit ist der Euro 1,1581 Dollar wert.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ziehen nach ihrer gestrigen Abwärtsbewegung heute Früh leicht an. Der bundesweite Durchschnittspreis steht zur Stunde in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 89,20 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).

Die Zahl der Bestellungen ist gestern aufwärtsgesprungen und liegt deutlich über dem Durchschnitt. Gleichzeitig ist die Hoffnung auf einen Preisrückgang weiter recht stark ausgeprägt. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die tatsächlich aufgegebenen Bestellungen nach einer Preisanfrage misst, signalisiert eine hohe Kaufbereitschaft. In der tagesaktuellen Lesereinschätzung erwarten 79 Prozent der Befragten künftig sinkende Preise.

Das Tiefpreissystem gibt fast überall in der Republik ein Kaufsignal.

Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Die aktuellen Heizölpreise zählen zu den günstigeren im Jahresverlauf. Wer zeitnah Heizöl braucht, kann einen guten Kaufmoment nutzen und sich damit zugleich auf die sichere Seite bringen.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Quelle: esyoil