Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Europa schaut heute Morgen mit großen Augen über den Atlantik – und sieht blau. Die Hochrechnungen der US-Zwischenwahlen fallen deutlicher aus als erwartet. Nach ersten Prognosen übernehmen die Demokraten sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus die Mehrheit. Für Donald Trump ist das eine schallende Ohrfeige. Der Wahlausgang könnte die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit grundlegend verändern.

Fest steht, die neuen Machtverhältnisse in den beiden Kongresskammern werden Trump das Regieren erschweren. Was die politische Verschiebung in den USA für die Ölpreise konkret bedeutet, muss sich allerdings erst noch zeigen. Die Demokraten dürften Trump in seinem Iran-Kurs stärker unter Druck setzen. Sie könnten versuchen, seinen außenpolitischen Spielraum einzuengen und eine weitere militärische Eskalation im Nahen Osten zu verhindern. Das könnte die geopolitische Risikoprämie senken, wenn tatsächlich Bewegung in Richtung einer Entspannung daraus folgt.

Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht bereits angekündigt hätte, von seinem Vetorecht regen Gebrauch machen zu wollen. Auch kann er weiterhin mit präsidialen Verfügungen politische Entscheidungen durchsetzen. Von diesem Instrument hat er in seiner zweiten Amtszeit bereits deutlich öfter Gebrauch gemacht als sein Vorgänger Joe Biden.

Brent startet heute bei rund 102,30 Dollar je Barrel. Hinter den Rohölnotierungen liegt ein turbulenter Handelstag am Dienstag. Zunächst trieben neue US-Angriffe auf iranische Ziele im Persischen Golf und der Drohneneinschlag in der russischen Yanos-Raffinerie die Preise nach oben. Gegen Mittag drehten sie deutlich ins Minus. Auslöser waren Berichte über steigende Ölexporte der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens, vor allem aber Meldungen aus Vermittlerkreisen über neue Vorschläge zu einem Abkommen zwischen den USA und dem Iran.

Zusätzlichen Druck auf die Preise brachte Trumps Ankündigung, die jährliche US-Militärhilfe für Israel in Höhe von 4 Milliarden Dollar bis Ende Dezember auslaufen zu lassen. Weniger Geld in der Kriegskasse dürfte Angriffe gegen den Iran unwahrscheinlicher machen, so die Interpretation der Trader am Ölmarkt. Am Abend glichen die Notierungen einen Teil ihres Rückgangs wieder aus.

In den kommenden Tagen und Wochen muss sich zeigen, ob die Hoffnung auf mehr Diplomatie im Nahen Osten trägt. Die Demokraten können Trumps Spielraum einschränken, die Kontrolle über die Eskalation im Nahen Osten haben sie damit aber noch lange nicht.

Die Ölpreise orientieren sich zur Stunde abwärts. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 95,29 Dollar Brent kostet 102,26 US-Dollar das Barrel . Eine Tonne Gasöl wird zu 1417,25 Dollar gehandelt Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8889 Euro Damit ist der Euro für 1,1247 Dollar zu haben.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise treten am Mittwochmorgen auf der Stelle. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 172 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter). Seit vier Wochen tendieren die Preise für Heizöl mit überschaubaren Schwankungen seitwärts. Sie bewegen sich dabei allerdings in einem aufwärtsgerichteten Trendkanal.

Nach den gestrigen US-Zwischenwahlen richten sich die Blicke wieder verstärkt auf die Entwicklung im Nahen Osten. Verschärft sich die Situation rund um die Straße von Hormus, dürfte die relative Ruhe beendet werden und die Preise hierzulande wieder zulegen. Gehen Washington und Teheran einen Schritt in Richtung Verhandlungen, könnte das für eine begrenzte preisliche Entspannung sorgen.

Die Kaufbereitschaft der Heizölkunden ist saisonbedingt hoch. Die Hoffnung auf günstigere Kaufgelegenheiten bleibt dagegen vergleichsweise niedrig: In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen 57 Prozent der Befragten mit sinkenden Preisen.

Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Eine deutliche, nachhaltige Entspannung der Heizölpreise ist derzeit nicht absehbar. Wer Nachschub benötigt, kann mit einer Teilbestellung den akuten Bedarf decken, während die Möglichkeit bestehen bleibt, bei nachgebenden Heizölpreisen nachzukaufen. Analysten rechnen damit bislang allerdings erst im kommenden Jahr.

Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.

Quelle: esyoil