
Internationaler Markt
Die Rohölpreise sind in den letzten 24 Stunden um über 2 Dollar gestiegen. Die Sorte Brent kostet aktuell 62,5 Dollar je Barrel. Öl bleibt damit billig, aber die Preisrisiken sind unübersehbar.
Nach Venezuela drängt jetzt ein zweiter Krisenherd in den Vordergrund. Die Protestbewegung gegen das Mullah-Regime im Iran gewinnt an Wucht. Inzwischen hat Teheran das Internet landesweit ausgeschaltet, um die Verbreitung von Nachrichten und die Koordination der Proteste zu erschweren.
Seit fast zwei Wochen halten die Kundgebungen in mittlerweile über 50 Städten an. Es soll bereits über 40 Tote geben. US-Präsident Trump hat den Machthabern mit harten Gegenmaßnahmen gedroht, falls Teheran die Bewegung mit Gewalt niederschlagen sollte.
Aus der Sicht des Ölmarktes ist es bis zu Lieferstörungen noch ein weiter Weg, denn die meisten Ölanlagen befinden sich in abgelegenen Landesteilen. Trotzdem wird die Lage nervös beobachtet, denn ein Sturz des Regimes liegt schon seit längerem in der Luft.
Washington ist jedoch vor allem mit Venezuela beschäftigt. Im Moment geht es darum, wer die Vermarktung der großen Lagerbestände organisieren soll, die sich in den Ölhäfen stauen. Die Militäraktionen der USA haben die Exporte weitgehend zum Erliegen gebracht.
Nun sollen anscheinend die großen Rohstoffhändler Vitol und Trafigura das riskante Geschäft übernehmen. Die riesigen Handelsunternehmen sind weitaus weniger bekannt als etwa Exxon oder Shell. Das liegt vor allem daran, dass sie nicht börsennotiert sind und das Licht der Öffentlichkeit so weit wie möglich scheuen.
Sie wickeln große Teile des globalen Energiehandels ab und sind nicht selten dort aktiv, wo es den Ölkonzernen zu riskant oder zu „dirty“ wird. Der ebenfalls in windige Geschäfte verwickelte US-Präsident sieht darin offenbar einen Vorteil und hat die Konzerne mit der Abwicklung der ersten venezolanischen Ölexporte unter US-Kontrolle beauftragt. Das trifft vor allem chinesische Unternehmen, die in den letzten Jahren einen großen Teil dieser lukrativen Exporte abgewickelt hatten.
Unruhen im Iran, eine unübersichtliche Lage in Venezuela und die Schwierigkeiten Russlands, seine Ölexporte trotz der ukrainischen Angriffe zu stabilisieren, sorgen im Moment für einen leichten Preisauftrieb.
Die meisten Trader bleiben jedoch entspannt. Der Markt ist nach wie vor überversorgt. Verknappungen sind nirgendwo in Sicht. Der höhere Heizölverbrauch in Westeuropa durch die Kältewelle ist nicht mehr als eine Nachkommastelle für die globalen Ölströme.
Kurz nach Eröffnung der Ölbörsen in Europa kostet Brent-Rohöl 62,54 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 58,25 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 624,00 Dollar je Tonne gehandelt. Der US-Dollar ist 0,8587 Euro wert. Der Euro steht bei 1,1643 Dollar.
Nationaler Markt
Die höheren internationalen Rohölpreise sind im deutschen Heizölmarkt noch nicht voll angekommen. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittswert von 88,5 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das liegt weniger als ein Euro über dem Vortageswert.
Die Endverbraucher nutzen die Gunst der Stunde. Die Zahl der Bestellungen bleibt weit über dem Durchschnitt, wohl auch beflügelt durch einen Blick auf das Außenthermometer. Ähnlich stabil sind die Preiserwartungen. Die täglich erhobene Lesereinschätzung zeigt nach wie vor ein starkes Übergewicht der Stimmen, die anhaltend niedrige Heizölpreise erwarten.
Das aktuelle Preisniveau bietet allerdings schon jetzt eine sehr gute Kaufgelegenheit. Wer Spekulationen aus dem Weg gehen will, sollte sich jetzt mit Heizöl für die nächsten Monate versorgen. Der Winter hat eben erst begonnen.
Dennoch gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.
Quelle: esyoil