Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Im Verlauf der letzten Woche wurden die seit Mitte September registrierten Preisrückgänge heftig attackiert. Besonders betroffen waren europäisches Rohöl der Sorte Brent und Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl und Diesel. Die ursprünglichen Preiseinbrüche von elf und 15 Prozent wurden auf fünf und vier Prozent reduziert. Amerikanisches Rohöl der Sorte WTI kam dagegen glimpflich davon. Das ursprüngliche Minus von 17 Prozent schwächte sich auf 13 Prozent ab. Amerikanisches Heating Oil hatte genau wie sein europäisches Pendent zwischenzeitlich 15 Prozent an Wert verloren. Davon blieben sieben Prozent erhalten.

Ursächlich für die Preisbewegung war die Gefahr einer erneuten militärischen Eskalation im Iran-Krieg. Nachdem Donald Trump diese über seine Kommunikationsplattform Truth Social auf die Zeit nach den Zwischenwahlen in den USA verschoben hatte, besserte sich die Lage wieder etwas auf. Mindestens die Ölprodukte Gasöl und Heating Oil haben ihre Abwärtsfährten seither wieder aufgenommen. Dazu dürfte auch ein Deal über die Lockerung des russischen Exportverbots für Diesel und eine sogenannte Energie-Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew beigetragen, die Donald Trump vorgibt erreicht zu haben.

Russland hat nach eigenen Angaben tatsächlich einer Vereinbarung mit den USA über Diesel-Exporte zugestimmt. Dabei geht es zunächst um eine halbe Million Tonnen Diesel für den Weltmarkt. Gleichzeitig genehmigte das US-Finanzministerium vorübergehend den Import russischen Diesels bis zum 7. April 2027. Washington erhofft sich davon eine Entlastung der angespannten Kraftstoffmärkte und sinkende Preise vor den anstehenden Kongresswahlen. Donald Trump stellte nach Gesprächen mit Wladimir Putin deutlich umfangreichere Lieferungen in Aussicht. Deren Umsetzung hängt jedoch unter anderem vom Zustand der durch ukrainische Angriffe beschädigten russischen Raffinerien ab.

Daher ist es nur folgerichtig, dass die USA auf ein Ende der Zerstörung von Energieinfrastruktur in Russland und der Ukraine drängen. Beide Länder hätten angeblich vereinbart, derartige Angriffe einzustellen. Diese Aussage traf den ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unwissend. Er signalisierte gleichwohl seine grundsätzliche Bereitschaft, wenn Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte und zivile Einrichtungen ebenfalls beende. Zugleich ließ er es sich nicht nehmen, die amerikanischen Sanktionserleichterungen auf das Schärfste zu kritisieren.

Marktbeobachter bezweifeln allerdings, dass die Maßnahmen eine nachhaltige Entspannung bewirken können. Die angekündigten 0,5 Mio. Tonnen Diesel entsprechen lediglich einem kleinen Teil der russischen Exporte von 28,6 Mio. Tonnen im letzten Jahr. Auch die tatsächliche Umsetzung und Dauerhaftigkeit der angekündigten Waffenruhe bleiben ungewiss. Analysten verweisen auf frühere, nicht bestätigte Aussagen Trumps und warnen vor überzogenen Erwartungen. Ohne belastbare Belege für eine stabile Vereinbarung dürfte der Preisrückgang begrenzt bleiben.

Eindeutig positiv ist der Landgang des Wirbelsturms Isaias am Wochenende im Süden der USA verlaufen. Er zog zuvor ohne erkennbare Schäden an den Ölplattformen durch den Golf von Mexiko. Auf Land wurde er zunehmend schwächer. Einige Ölkonzerne haben bereits damit begonnen, ihre Plattformen wieder in Betrieb zu nehmen. Am Sonntag waren allerdings noch rund 58 Prozent der Anlagen außer Betrieb. Das dürfte sich nun schnell ändern.

Man kann davon ausgehen, dass die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten die Ölpreise alsbald nicht wirklich freigeben werden. Neue Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien und nicht endende iranische Attacken auf Tankschiffe in der Straße von Hormus halten das Risiko weiterer Lieferausfälle hoch. Gleiches gilt für die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs. Dennoch vermag die pure Hoffnung auf eine Entspannung die Ölpreise immer wieder ein wenig abwärts zu führen. Ohne konkrete Fortschritte bei den Friedeninitiativen bleiben derartige Erscheinungen aber temporär. So zeigen sich die Börsen heute Morgen wieder abgangsbereit. Das trifft weniger auf die Rohöl- als vielmehr auf die Gasölnotierungen zu. Davon haben Heizölkunden erfreulicherweise den größeren Nutzen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 91,70 Dollar und das Barrel Brent zu 104,69 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.415,00 Dollar. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8931 Euro . Damit kostet der Euro 1,1194 Dollar .

Nationaler Markt

Nach einem deutlichen Anstieg in der letzten Woche drehen die Heizölpreise wieder bei, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie folgen damit den internationalen Vorgaben. Das Tief der letzten Woche prallte auf der unteren Begrenzungslinie des kurzfristigen Trendkanals ab. Die Bildbeschreibung will es, dass das eher eine Bestätigung des Aufwärtstrends als ein sich andeutender Abwärtstrend ist. Ein Durchbruch nach unten dürfte aufgrund der geopolitischen Lage tatsächlich kaum zu haben sein. Daher sollten Heizölkunden vorerst mit kleinen Verbesserungen zufrieden sein. Hinsichtlich der Frachtkosten auf dem Rhein können wir auch nur über kleine Fortschritte berichten. Die Pegel der Wasserstraße kommen nur sehr langsam wieder hoch. Trotz leichter Verbesserungen liegen die Aufschläge für die meisten Zielhäfen weiterhin jenseits von 200 Prozent. Sie dürften dennoch vor dem Ende der Kriege in Europa und im Nahen Osten verschwinden.

Im Binnenmarkt ist die Nachfrage angezogen. Die Hoffnung auf fallende Preise hängt derweil zwischen Baum und Borke fest. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem gewöhnlichen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Ein Ende des hohen Preisniveaus ist nicht in Sicht. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, sollte sich für den Kauf einer Teilmenge entscheiden, um im Verlauf des kommenden Jahres hoffentlich deutlich günstiger ordern zu können.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Quelle: esyoil