Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Konfusion im Weißen Haus: US-Präsident Trump verkündet jeden Tag eine neue Kriegsstrategie, die nach wenigen Stunden schon wieder durch neue Ideen entwertet wird. Heute läuft ein Ultimatum aus, das er am Samstag verkündet hat. Falls Teheran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weiter bedrohen sollte, werden die USA die iranischen Stromkraftwerke vernichten, also eine zivile Infrastruktur.

Geradezu irrwitzig wirkt die zweite Entscheidung des Weißen Hauses, die US-Sanktionen gegen den Verkauf von iranischem Öl aufzuheben. Vielleicht will Trump damit den Anstieg der Ölpreise bremsen, die auch in den USA zu höheren Tankstellenpreisen führen. Denkbar wäre auch, dass Peking, also der wichtigste Kunde für iranisches Öl, hinter den Kulissen die US-Regierung unter Druck setzen konnte. Wie auch immer: Teheran kann weiterhin seine Öltanker durch die Straße von Hormus fahren lassen und hohe Einnahmen aus dem Verkauf des teuren Öls erzielen.

Die iranische Staatsführung antwortete auf das US-Ultimatum mit Drohungen, die Energie- und Wasserversorgung der Nachbarstaaten erneut anzugreifen. Ohne die großen Meerwasserentsalzungsanlagen sind viele Städte am Persischen Golf, darunter weite Teile von Saudi-Arabien, praktisch nicht mehr bewohnbar.

Saudi-Arabien und die übrigen Golfstaaten leiten mittlerweile so viel Öl wie möglich über das Rote Meer und andere Wege aus der Region. Trotzdem sind noch immer 10-12 Prozent der Weltölversorgung blockiert. Die Produktion muss in immer mehr Ölfeldern der Region heruntergefahren werden. Iranische Drohnen und Raketen beschädigen gleichzeitig wichtige Teile der Öl- und Gasinfrastruktur. Auch wenn der Krieg morgen enden sollte, werden also viele Wochen vergehen, bis die Exportmengen wieder den Vorkriegsstand erreichen. Die Phase hoher Ölpreise wird sich also hinziehen.

Weitere dramatische Preiserhöhungen sind aber momentan nicht in Sicht. In vielen Ländern geht die Ölnachfrage bereits zurück, weil die Preise für viele Menschen nicht mehr bezahlbar sind oder weil Unternehmen ihre Produkte nicht mehr zu wettbewerbsfähigen Preisen produzieren können. Die Tage der „Demand Destruction“ (Nachfragevernichtung) haben begonnen, mit hohen sozialen und ökonomischen Kosten.

Das denken anscheinend auch viele Händler an den Ölbörsen. Brent-Rohöl kostet zum Handelsstart in Europa 113,00 US-Dollar je Barrel. Das liegt zwar über den Schlusskursen vom Freitag, bleibt aber unter den Höchstpreisen der letzten Woche. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 100,47 US-Dollar je Barrel. Rotterdamer Gasoil wird zu 1403,00 Dollar je Tonne gehandelt. Der US-Dollar ist 0,8671 Euro wert. Der Euro steht bei 1,1531 Dollar.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich am Morgen auf ein neues Jahreshoch zu. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt aktuell einen landesweiten Durchschnittspreis von 148 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Die Betonung liegt hier auf „Durchschnitt“, denn die Preisunterschiede zwischen den Regionen sind enorm.

Heizöl wird im Schlepptau des weitaus größeren Dieselmarktes noch oben gezogen. Dort sind die Margen der Raffinerien mittlerweile in der Nähe ihres Allzeithochs vom Herbst 2022. So werden aus aktuell 113 Dollar für ein Barrel Rohöl stattliche 190 Dollar für dieselbe Menge Diesel (Gasoil). Das macht sich dann nicht nur an den Tankstellen bemerkbar, sondern auch im Heizölmarkt.

Anders als im Straßenverkehr reagieren die Heizölkunden jedoch mit einem Kaufstreik. Seit Wochen wird kaum geordert. Auch die Stimmung bleibt schlecht. In der täglichen Lesereinschätzung erwartet nach wie vor eine Mehrheit der Voten steigende Heizölpreise.

Die Pessimisten lagen bisher richtig. Die Dauer des Irankriegs ist nicht absehbar. Die Heizölpreise sind auf einem Jahreshoch. Trotzdem gibt es Gründe anzunehmen, dass die Preise nicht mehr sehr viel weiter steigen können. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher auf der Welt wollen oder können die Preise nicht mehr bezahlen. Die Nachfrage geht zurück und damit sinkt auch der Preisdruck. Wer noch Reserven im Tank hat, sollte daher mit seiner Bestellung abwarten.

In diesen turbulenten Wochen gilt jedoch mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.

Quelle: esyoil