Marktberichte Brennstoffe

Internationaler Markt

Ein weiterer chaotischer Tag an den Ölbörsen: Die Rohölpreise schwankten binnen weniger Stunden um mehr als sechs Prozent. Aktuell kostet Brent-Rohöl 104 Dollar je Barrel und damit zwei Prozent weniger als vor 24 Stunden.

Iranische Quellen meldeten gestern, dass der Oberste Führer Khamenei darauf bestehe, dass das angereicherte Uran im Iran bleiben müsse. Ein Fortschritt bei den Verhandlungen mit den USA wäre dadurch fast unmöglich. Die Ölpreise sprangen nach oben. Wenige Stunden später gab es mehrere Dementis. Vielmehr gebe es eine Annäherung zwischen Teheran und Washington auf Basis der neuen US-Vorschläge, hieß es nun. Die Preise sanken.

Dann wurde bekannt, dass Iran und Oman an den Details für ein Mautsystem in der Straße von Hormus arbeiteten. Alle Schiffe müssten demnach für die Durchfahrt zahlen. Andere Golfstaaten lehnten die Idee sofort ab. US-Außenminister Rubio teilte mit, dass die Friedensverhandlungen scheitern werden, wenn der Iran diese Idee weiterverfolgen sollte.

Der vielstimmige Chor iranischer und pakistanischer Nachrichtenquellen sorgte für ein rasantes Auf und Ab bei den Ölpreisen. US-Präsident Trump stimmte mit ein und sorgte mit widersprüchlichen und vagen Statements für zusätzliche Verwirrung.

Überraschend war, dass die Akteure an den Ölbörsen auf jede ungesicherte Meldung aus unseriösen Quellen reagieren. Was zählt, ist der Trend, während das reale geopolitische Geschehen und die Lage im Ölmarkt in den Hintergrund rücken. Die irrationalen und extrem schnellen Preisbewegungen vergraulen jetzt sogar traditionelle Hedgefonds-Spekulanten aus Fleisch und Blut. Bald sind die KI-gesteuerten Handelssysteme unter sich, so ihre Befürchtung.

Im realen Ölmarkt erwartet man im Moment eine Fortsetzung der Versorgungsprobleme. Selbst eine rasche Einigung kann die Situation nicht vor dem Herbst entschärfen. Vor allem die Wiederbelebung der Ölindustrie im Irak wird sich bis weit in das nächste Jahr hinziehen, so der IEA-Chef Fatih Birol. Dasselbe gilt für LNG (flüssiges Erdgas) aus Qatar.

Am frühen Morgen legen die Ölpreise zu. Brent-Rohöl kostet aktuell 104,62 US-Dollar je Barrel . Die US-Rohölsorte WTI steht bei 97,73 US-Dollar je Barrel . Rotterdamer Gasoil wird zu 1.124,25 Dollar je Tonne gehandelt . Der US-Dollar ist 0,8608 Euro wert . Der Euro steht bei 1,1614 Dollar D

Nationaler Markt

Heizöl wird auch heute billiger. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von knapp 124 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das ist ein Euro weniger als gestern. Vor allem die schwache Nachfrage und die fallenden Preise für Gasoil, das Vorprodukt der Raffinerien für Diesel und Heizöl, sind dafür verantwortlich.

Das etwas niedrigere Preisniveau in dieser Woche reicht bereits aus, um den Heizölmarkt zu beleben. Die Zahl der Bestellungen nähert sich durchschnittlichen Werten. Angesichts des Preissprungs Anfang März hatten sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher lange Zeit mit Käufen zurückgehalten.

Die tägliche Lesereinschätzung zeigt allerdings, dass die Hoffnung ungebrochen ist. Drei Viertel der Voten erwarten fallende Heizölpreise. Das mathematische Tiefpreis-System, das die bisherige Preisentwicklung auswertet, rät wie auch gestern zum Kauf.

Immerhin: Die aktuellen Heizölpreise liegen nur noch auf dem Niveau der ersten Kriegstage. Im April standen sie zeitweise 20 Prozent darüber. Allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Irankonflikt etwas anderes ist als ein Hurrikan vor der Golfküste der USA oder eine technische Störung in einer Raffinerie. Der Persische Golf wird auf absehbare Zeit nicht mehr zur Ruhe kommen – und das gilt dann auch für die Ölpreise.

In dieser Situation gilt mehr als zuvor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.

Quelle: esyoil